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18. Oktober 2010
Guestbook: Thomas Reinberger ist HUMANIC GUEST GURU
Als bekennende Schuhsüchtige und HUMANIC Stylebloggerin freue ich mich ganz besonders, Ihnen den passionierten Stylisten und Moderedakteur Thomas Reinberger, alias Major Tom, vorzustellen. International in der Fashion Szene seit Jahren vernetzt und auf Du und Du mit der Designer Elite ist er für seinen treffsicheren Modeinstinkt ebenso geachtet wie auch gefürchtet. Mit Argusaugen hat Thomas Reinberger seine “Top of the Seasons”-Lieblingsmodelle aus dem HUMANIC Sortiment heraus gepickt um Sie Ihnen zu präsentieren.
Die Must-have Guest Guru Produkte inklusive Videos finden Sie direkt unter www.shoemanic.com/guestguru - viel Spaß!
Ich traf Thomas in Paris, lesen Sie hier ein ganz persönliches Interview!
Liane Seitz: Wie wird man eigentlich ein Fashion Guru? Oder besser gesagt welche Ausbildung hast du und wie bist du ins Modebusiness gekommen?
Thomas Reinberger: Danke für die indirekten Blumen. Je mehr Leute bzw. Kunden (d)eine Arbeit schätzen, umso wichtiger wird (d)eine Meinung. Sich selbst mit Namen wie Starstylist oder Topstylist zu schmücken finde ich peinlich. Es ist befriedigend und erfüllend zugleich, wenn ANDERE mich so wahrnehmen. Welche wunderbare Bestätigung für mein Wirken… Ich bin ein Quereinsteiger aus dem kaufmännischen Bereich, mit einer angeborenen Geilheit auf Mode. Das war schon immer ein Traum, der Schritt für Schritt Realität wurde. Durststrecken inbegriffen. Work it baby!
LS: Mode ist Bewegung, welche Strömungen machst du derzeit mit, welche lässt du lieber sein?
T.R.: Früher hab ich besagte Strömungen mitgemacht. Meine Güte, da gibt’s Fotos…. ich war definitiv kein Kind der Traurigkeit. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die jegliche meiner Moderebellionen, in einer katholischen, niederösterreichischen Provinz, miterleben mussten. Seit ich meinen persönlichen Stil gefunden habe, integriere ich, in sehr bescheidenem Umfang, saisonale Trends in meine persönlichen Looks, wenn überhaupt. Was ich gar nicht mag, sind sichtbar getragene Markennamen oder Einzelstücke, denen von 10 km Entfernung die Jahreszahl anzusehen ist. Zeitlose Klassiker sind gefragt, da darf dann auch mal die VISA glühen…
LS: Bist du schuhsüchtig? Wenn ja welche Schuhe sind gerade deine Lieblinge?
T.R: Schuhsüchtig? Mhmm, das kommt ganz auf meine Stimmung an. Manchmal hab ich Schuhphasen, manchmal Taschen- oder Jackenphasen. Süchtig würde ich nicht sagen, aber über einen Mangel an Stiefeletten, von grau über dunkelbraun bis schwarz und Sneakers in allen Variationen, kann ich bei Gott nicht klagen. Zur Zeit hat’s mir der Jogging Hi von Adidas angetan, obwohl ich dafür noch entsetzte Gesichter von der Umwelt ernte. Ich gehe im wahrsten Sinn des Wortes mit gutem Beispiel voran!
LS: Du bist international total gut vernetzt und saßt z.B. direkt hinter der legendären Us-Vogue Chefin Anna Wintour bei der Hogan-Lagerfeld Präsentation. Wie kommt das?
T.R: Es gab während des Events eine kurze Filmpräsentation, wo eine kleine, internationale Schar die Möglichkeit hatte, sich Kaiser Karls Regiekünste, sitzend, zu Gemüte zu führen. Aufgrund meiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Marke Hogan, kam auch ich in den Besitz eines Tickets um davon zu berichten. Es ist ein Nehmen und Geben. Die Pressestellen der Designer schicken Kleidung, die ich als Stylist im Gegenzug in verschiedenen Hochglanz-Magazinen wie Diva, Wienerin, 1st, usw. im Rahmen der Mode-Shootings möglichst spektakulär inszeniere. Sowohl an Models, als auch an Schauspielerinnen, Sängerinnen (Operndiva Anna Netrebko fällt mir da ein), oder Sportlerinnen wie beispielsweise Olympiasiegerin Lindsey Vonn.
LS: Models zu stylen ist sicher besonders kreativ, aber wie sieht es mit normalen Menschen wie du und ich aus, die Problemfiguren haben und eben nicht perfekt, kannst du damit auch umgehen?
T.R: Liebe Liane, willst du damit andeuten ich hätte eine Problemfigur? *lacht* Ich muss hier differenzieren. Models zu stylen ist sicherlich viel einfacher, da diese eine erforderliche Konfektion mitbringen. Das erleichtert die Arbeit eines Stylisten ungemein. Persönlich erfüllender, ist es aber immer wieder mit Menschen des wahren Lebens zu arbeiten, die sich nach nur ein paar Tipps wohler in ihrer Haut fühlen. Diese Erfahrung erlebe ich immer wieder. Ich würde sagen, eine gute Mischung aus High-Fashion-Business und Herr und Frau Ottonormalbürger.
LS: Wie würdest du deinen Fashion Look beschreiben?
T.R: Undefinierbar und polarisierend. Ein Chamäleon. Gilt sowohl für meinen Haar-Look, als auch für meinen Style. Grundsätzlich liebe ich, wie schon gesagt, zeitloses wie Trenchcoats, schwarze, tailliert geschnittene Blazer, rahmengenähte Lederschuhe, Chucks… – und vor allem gehe ich nie ohne eine meiner Taschen vor die Tür. Ungelogen. Entweder von Balenciaga oder von Martin Margiela.
LS: Welchen Rat würdest du stilunsicheren Menschen geben? Woher sollen sie Infos nehmen, wem glauben? Celebs als Vorbilder?
T.R: Wer das Gespräch mit professionellem Verkaufspersonal oder den Gang zum Stylisten scheut, dem würde ich raten, sich an selbstsichere Personen aus dem persönlichen Umfeld (!) zu halten. Aber nie 1:1 Kopien durchführen bitte - wirkt immer furchtbar aufgesetzt und verkleidet. Für Ungeübte gilt: weniger ist mehr. Babysteps bei Schnitten und Farben bzw. Farbkombis. Es dauert schon ein Weilchen, bis der eigene Stil gefunden und definiert ist, aber in der heutigen Zeit gibt es Rat und Tat von allen Seiten. Modemagazine, Blogs, Stil- und Imageberater, …..
LS: Dein persönliches Modemotto?
T.R: Mode nicht so ernst zu nehmen. Wenn’s mal daneben geht, braucht es nicht mehr als 5 Sekunden um sich wieder umzuziehen.







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