25. Mai 2009
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Heisse Zimmer – cooler Ausblick (Bagnolet)
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Die Umgebung ist im Aufwind, die Preise bleiben hoffentlich so erschwinglich…
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Im Ganzen Hotel sind Sie online, wo und wann immer Sie möchten…
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Die Buslinie, die direkt ins Zentrum (Pont Neuf) führt (Fahrtzeit ca. 40 Min.)
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Das Undergroundszenario der Umgebung bietet den perfekten Look für den HIP-Faktor
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Die lange Bar ist Treffpunkt und Style-Highlight zugleich
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Die Rue de Bagnolet ist abends oft verstopft und auf Taxis muss man gelegentlich lange warten
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Die Terasse mit Blick auf aufgelassene Gleise (krasser Gegensatz, wirkt wie eine gewollte Filmkulisse)
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Das Kult-Lokal „Flèche d ’Or“ (vis-à-vis) wurde kürzlich ersteigert – der Hip-Faktor nur eine Frage der Zeit...
Hier gibts noch mehr offizielle Mama-Shelter-Fotos.
Als ich von der Eröffnung des neuen In-Hotels Mama Shelter – made bei Design-Gott Philippe Starck – hörte, ging mir im ersten Moment der Gedanke „nicht schon wieder so ein starcksches Designhotel…“ durch den Kopf.
Ich für meinen Teil habe nämlich meine Trendnase ziemlich voll von It-Hotels und unpraktischen Design-Einrichtungen, die sich oft genug vor allem durch erhöhte Preise und wenig Charme hervortun. Ich habe einfach keine Lust mehr, in Räumen zu übernachten, die mit dem Bad bzw. WC ohne Sicht- und Geruchschutz öffentlich verbunden sind. So verliebt kann man gar nicht sein, dass man nicht auch mal einen kurzen Moment am stillen Örtchen alleine verbringen möchte… Bitte liebe Star-Architekten denkt daran, wenn ihr das nächste offene Hotelzimmer plant!
Letzteres hat Philippe Starck hier auch beherzigt (DANKE!) und hat es tatsächlich geschafft, ein völlig neues Style-Highlight in Paris zu erschaffen.
Es gibt nichts Schöneres, als beobachten zu können, wie ein Konzept aufgeht! Aber hallo und wie – denn das Mama Shelter zählt derzeit zu den Top Paris Hot Spots. Fernab vom Champs-Élysées, nämlich in Bagnolet (eine touristische Ungegend), wurde im Auftrag des Club Med-Gründers dieses völlig neuartige Hotelkonzept erbaut und damit ein Denkmal des Unkonventionellen erschaffen. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Top Service, Top Komfort für eine junge dynamische Kundschaft, die auf der ganzen Welt unterwegs ist und daher gerade auf Reisen „daheim“ sein möchte und das natürlich zu doch relativ erschwinglichen Preisen (ab 79 € pro Nacht).
Die Macher
Das illustre Team, bestehend aus Serge Trigano (Sohn des Club Med Gründers Gilbert Trigano), Roland Castro (Architekt), Philippe Starck (Designer), Cyril Aouizerate (Städtebauphilosoph) und Benjamin und Jeremie Trigano (Serges Söhne), kann auf die Realisierung eines vor sieben Jahren entstandenen Hirngespinstes mehr als stolz sein. Hatten sie doch einen guten Riecher, denn von Krise und neuer Sparsamkeit war damals noch keine Rede.
Das Hotel
Von außen eher na ja, entpuppt sich das Mama Shelter als Heimat – mitten in Paris. Die Mahlzeiten werden in großen Töpfen auf die urigen Tische gestellt und wie bei Mama daheim bedient sich jeder selbst. Natürlich kann man auch individuelle Portionen bestellen, aber der Küchenchef Alain Senderens rät zum fröhlichen Teilen. Von diesem ungewöhnlichen Angebot machen derzeit die schicksten Leute von Paris Gebrauch. Und der Hoteldirektor (ehemaliger Chef-Concierge im Luxustempel Plaza Athénée) Jean-Claude Elgaire berichtet mir stolz, dass kürzlich die Chefetagen von Hermès und Dolce & Gabbana hier geschmaust hatten. Mehr Details über Celebrities, die hier ständig ein- und ausgehen, verbietet ihm die Diskretion!
Die Umgebung
Abgefuckt, befremdlich, Vorstadt, nicht Otto-Normalo-touristentauglich, aber schräg, kultig und anders!
Besonderheiten
Ach, es gibt so viele kleine SOFTSKILLS (Hotel-Boutique, Tischfußballspiel, TV-Bar, Checkin-/Out-Automaten, Miniküche in allen Zimmern mit Mikrowellenherd, Abwasch & Kühlschrank sowie Apple iMacs, TV, CD/DVD Player, Skype, iChat und gratis WLAN). Donnerstag, Freitag und Samstag geht hier die Post ab (Livemusic/ DJ bringt das Haus zum Rocken), mindestens zwei Wochen vorher reservieren!
Das sollte man wissen
Für Reisende, die zum ersten Mal Paris entdecken möchten, ist das extrem abseits gelegene Hotel nicht zu empfehlen. Außer man gehört zu den Abenteurern, die keine gezielten Erwartungen an eine Reise stellen, sondern sich gerne treiben lassen… Taxifahrten ins Zentrum oder zum Flughafen gestalten sich manchmal mühsam, da die Rue de Bagnolet abends oft komplett überlastet ist. Geduld ist hier angebracht und ein Zeitpuffer von 20 Minuten einzuplanen. Die nächste Metrostation ist zu weit entfernt um sie hier zu erwähnen, aber der Bus der Linie 76 (Station zwei Minuten entfernt) fährt direkt zum Louvre.
Resümee
Der Luxus ist tot, es lebe der IQ-Luxus. Individueller Qualitätsanspruch für Fortgeschrittene. Ein Hotelkonzept, das in die neue Generation O. *) perfekt passt und selbst verwöhnteste Jetsetter überrascht!
*) die Ära des Umbruchs, nach Barack Obama benannt
Veröffentlicht in LS testet um 1:06pm
Veröffentlicht von Liane