10. Juni 2009
Die Idee ist eigentlich naheliegend und dennoch ist Sarah Toner die erste (abgesehen von Heidis & Tyrahs TV Formaten für Model-Catwalking), die in ihrem Tanzstudio professionelle Stiletto-Kurse (Fabulous in High Heels) für schuhbegeisterte Girls anbietet. Ich habe Sarah Toner in ihrer Tanzschule in London besucht und nochmals „gehen” gelernt…
Die Erwartung
Zugegeben, als ich nach einigen Verwirrungen (störrischer Underground-Ticketautomat) und Irrwegen (Underground oder doch Black Cab und dann doch U-Bahn und erst wieder Taxi!) schließlich vor besagtem Sarah Toner Tanzstudio landete, war ich zunächst mal überrascht. In dieser absolut unspektakulären Gegend (irgendwo nördlich von Islington) sollte just jene Tanzschule sein, über die ich in letzter Zeit so viel gelesen und gehört hatte? Als der Taxifahrer mich vor einem typischen Londoner Reihenhaus mit blauer Eingangstüre aussteigen ließ, kam große Skepsis in mir auf:
„In welche durch das Internet aufgebauschte Falle bist du denn da hinein geplumpst, Liane? – Nun, was soll’s? Jetzt bin ich schon mal hier…!”
Das Kennenlernen
Doch bereits ab dem Moment, als mir die grazile, zarte, mit elendslangen-Beinen-Primaballerina Sarah, die Tür mit einem strahlenden Lächeln öffnete, war jegliches Unbehagen wie verflogen.
Kein Zweifel: kleines Studio hin oder her – hier ist ein Profi am Werk! Sarah ist darüber hinaus eine begnadete Lehrerin, die ihre Liebe zum Beruf, das Know-how und ihre große Leidenschaft für Tanz & Bewegung an andere weitergeben möchte… und sie lacht gerne, ohne dabei auch nur einen Funken ihrer Kompetenz und Ernsthaftigkeit meiner Trainerstunde einzubüßen.
Das Training
Frei nach dem Motto „Wer seine nackten Füße nicht ehrt, ist die High Heels nicht wert!”, bestand die Trainingsstunde zu einem großen Teil aus Do-it-yourself-Massagen, Zehenübungen, Dehnungen und Isolationen. Nach Entspannungsübungen folgten Haltungskorrekturen (Rücken gerade, Schultern runter, Bauch rein), und obwohl ich wirklich konzentriert bei der Sache war, blieb zwischen den Übungen genügend Zeit für ungezwungenes Plaudern (ganz so, als ob wir einander schon seit einer Ewigkeit kennen würden). Nach einem heftigen Kicheranfall – Sarah erzählte mir von einer Dame der Londoner Gesellschaft, die sie ebenfalls unterrichtet hatte, und deren Zehenzwischenräume zusammengewachsen, also quasi von einer Art Schwimmhaut ausgefüllt waren – ging es nun endlich ans eigentliche High Heel Training!
Das Work OUT
Und tatsächlich, meine Füße fühlten sich wirklich frischer, entspannter, ja optimal vorbereitet an, obwohl ich an jenem Tag schon seit 4 Uhr 30 (Frühflug) auf den Beinen war (wohlgemerkt mit Sneakers!)
Sarah, die bis dahin im typischen Ballettrainings-Trikot und natürlich barfuß unterrichtet hatte, schlüpfte im Nu in ihre Kroko-High-Heels und legte einen Gang auf’s Parkett, dass ich echt platt war – so elegant, so feminin, so leicht, so sexy, so… fabulous! Und obwohl ich bis dato glaubte, zu jenen Geschöpfen zu gehören, die perfekt auf Stilettos gehen können, kam ich mir nach Sarahs Vorführung ein wenig plump und etwas zu gewollt hüftschwingend vor.
Die Übungen
Aber nach hilfreichen Tipps (Blick nach vorne, auf etwas Konkretes gerichtet), psychologischen Tricks (fühle die Weiblichkeit in dir!) und speziellen Übungen (eine imaginäre Orange zwischen den Beinen zu halten, die Frau beim Gehen nicht verlieren darf) erhielt ich zum Abschluss noch eine kleine Armhaltungs-Korrektur bzw. einen Tipp, wie man die Handtasche im Takt (sehr kokett!) dezent mitschwingt. Die Stunde verging wie im Fluge und wäre ich in London sesshaft, hätte ich mich umgehend für das nächste Training angemeldet, denn es hat irre viel Spaß gemacht und ich hatte plötzlich dieses starke „Look, I am a Woman”-Gefühl, das noch lange anhielt
Resümee
Ein Kurs, der mich nicht mehr losließ, sowohl was die Thematik betraf, als auch der Kontakt zu Sarah, mit der ich seither in täglichem E-Mail-Kontakt bin und an einem gemeinsamen Projekt arbeite!
Veröffentlicht in LS testet um 12:02pm
Veröffentlicht von Liane